Basia Bulat @ Häkken HH 30.05.17

Wer sich Basia Bulat im November 2016 live anschauen wollte, musste viel Geduld mitbringen. Das Konzert wurde um ein halbes Jahr (!) nach vorne verlegt. Und noch etwas war anders: Ihre Band hat die Kanadierin zu Hause gelassen. Und so sollte es ein Solo-Abend werden.
Zum Aufwärmen spielte mit Felicia Försvann eine junge Schwedin aus Hamburg im nicht ganz gefüllten Häkken. Mit ihrem mädchenhaften Charme und ihrem Akzent gewann sie die Sympathie des Publikums und konnte mit ihren träumerischen Songs überzeugen. Mehr als eine Gitarre brauchte sie dazu nicht.

Auch Basia Bulat hatte keinerlei Mühen, eine Beziehung zu den Besuchern ihres Abends in Hamburg aufzubauen. Die von Natur aus fröhlich und neugierig wirkende Künstlerin kam in einem geblümten Cocktailkleidchen auf die Bühne und legte gleich mit einem Song aus dem aktuellen, 2016 erschienenden Album ‚Good Advice‘ los. Zu ‚In The Name Of‘ begleitete sie sich mit einem Mini-Piano, einem kleinem, tragbaren Synthesizer, aus dem sich erstaunliche Klänge zaubern lassen. Was folgte, war ein bunter Querschnitt aus ihren bisherigen vier Studioalben. Dabei wechselte die zierliche Blondine zwischen Gitarre, Wurlitzer-Orgel und Ukulele (ganz großartig: ‚It Can’t Be You‘). Die Harfe musste sie laut eigener Aussage leider zuhause lassen, da sie mit Easy Jet nur ein Gepäckstück habe mitnehmen dürfen. Und auch wenn durch die zum Teil sehr stark herunter gebrochenen Interpretationen manchmal vielleicht etwas der Drive fehlte, weil eben keine anderen Instrumente dabei waren und damit auch ein Schlagzeug fehlte, gab es aufgrund dieser fantastischen Stimme jede Menge Gänsehaut-Momente. Besonders durch ihren Charme ihre offene Art mit dem Publikum umzugehen, machte Basia Bulat das Konzert zu einem Erlebnis. Sie ließ sich ein paar Brocken Deutsch beibringen (Wie geht’s Dir?, Dienstag), erzählte davon, das sie vor sieben Jahren das letzte Mal in Hamburg gewesen sei, von der Rivalität zwischen Toronto und Montreal (wo sie zur Zeit wohnt), oder auch von Pausenmusik bei Eishockeyspielen. Da sie vor dem Konzert noch ausgiebig bummeln war und dadurch fast zu spät kam (was keiner merken konnte), hatte sie zur Entschuldigung einfach ein paar Lieder mehr ins Programm mit aufgenommen. Wünsche wurden erfüllt (‚Little Waltz‘), und auch ein Leonard Cohen Cover (‚Ain’t No Cure For Love‘) war dabei. Nach guten eineinhalb Stunden kehrte sie mit zwei weiteren Songs zu einer Zugabe zurück, um dann unter dem Jubel eines begeisterten Publikums Hamburg auf Wiedersehen zu sagen und zu versprechen, das ihr nächster Auftritt keine weiteren sieben Jahre dauern solle.

Interview mit Basia Bulat zur Tour auf RadioEins (Podcast)

 



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