Dance Movie – Pierce

2012 begonnen und 2014 abgeschlossen. Klingt zunächst nach einer normalen Produktionszeit für ein Musikalbum. Das ‚Pierce‘ nun aber erst drei Jahre nach der Fertigstellung öffentlich gemacht werden konnte, und Freunde der Band bereits dachten, das es sich um ein weiteres Album handeln würde, war nicht geplant. Umso erfreulicher ist es, das alle Hürden überwunden werden konnten und 2017 endlich ihr zweites Album erhältlich ist.

Das Line-Up ist mit Gitarre, Bass und Drums klassisch für Alternative Rock und Indie gewählt. Akzentuiert finden sich aber auch Synthesizer, Violine und eine akustische Gitarre. Was die vier (und ein paar Gäste) aber aus dieser eher gewöhnlichen Instrumentenauswahl machen ist überraschend, klingt frisch und ist schlicht und einfach großartig.

Die Energie der Songs, gepaart mit emotionalen Texten und Hooklines, die man nicht so schnell wieder los wird, zeichnen die Stärke des Album aus. Tara Thornes klare Stimme  komplettiert das dabei Ganze. Während sie in einem Moment noch distanziert und lakonisch wirkt, hängt sie sich im nächsten Moment emotional und lautstark rein.

Die Kanadier zeigen keine Schwächen. Die rockigen und eingängigen Nummern wie der Opener ‚Nosebleed‘ oder ‚Henry‘ spielen sie so locker und selbstverständlich herunter, das man sich sofort hingezogen fühlt. Bei ‚Friday Night Mights‘ fühle ich mich stark an die They Might Be Giants der Neunziger erinnert- herrlicher Indierock. ‚Stalker’ ist da schon sperriger und dramatischer. ‚Give Up The Grace‘ bricht wie ein reinigendes Unwetter nach der ersten ruhigeren Hälfte heftig auf und ‚An Inelegant Fade‘ ist, wenn man so will, der Pophit des Albums. Sein hymnenhafter Refrain ist ein absoluter Ohrwurm. ‚Thaw‘ hingegen ist hinreißend emotional, zerbrechlich und stark zugleich. Muss man gehört haben. Die ruhigste Stück des Albums, ‚North Star‘, zeigt sich komplett auf Gitarre und Stimme herunter gebrochen und der Rausschmeißer ‚Too Legit To Commit‘, bietet mit seinen knapp sechs Minuten noch einmal alles an Kraft und Hingabe auf, was möglich ist. Tolles Songwriting, unglaubliche Ausdruckskraft.

‚Pierce‘ ist eine Album, das durch seine große Diversität besticht. Ein ähnlich vielschichtiges Alternative-Erlebnis habe ich zuletzt beim Pixies Album ‚Doolittle‘ gehabt. Also: Bandcamp anklicken und kaufen. Jetzt. (5/5 • 100%)

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