Marnie – Strange Words And Weird Wars

 

Die Stimme von Ladytron- das ist, was einem als erstes in den Sinn kommt, wenn man an Helen Marnie denkt. Doch bereits mit ihrem Soloalbum 2013 zeigte die Schottin, das sie sich durchaus vom unterkühlten Elektrosound der Band abzugrenzen vermag. Diesen Weg geht sie nun auf dem Nachfolgealbum konsequent weiter. Das dieser Schritt die Fangemeinde spaltet, ist und war absehbar, und auch ich muss sagen, das ich mich mit ‚Strange Words And Weird Wars‘ schwer tue. Marnie schlägt nun eindeutig den Weg in Richtung Pop ein. Das ist natürlich nicht verwerflich, es gibt eine Menge guten Pop. Nun ja, zumindest eine überschaubaren gute Menge. Und das die Wiege ihrer Musik aus dem intelligenten elektronischen Bereich kommt, hilft natürlich ungemein. Dennoch dreht Marnie für meinen Geschmack zu sehr in Richtung Dancefloor-Clash auf. Herausgekommen ist eine Mischung aus Erasure-Mucke aus Zeiten von Frankmusic und den sägenden Refrains der Bee Gees. Marnie dreht ihr, nach wie vor, dünnes Stimmchen, in Höhen, die ich nicht lange ertrage, und sie auch live nicht immer ganz unfallfrei durchzuziehen vermag. Als sie ihren Gesang sparsamer zum typischen Sprechgesang einsetzte, war das für die Ohren einfach angenehmer. Zugegeben, ‚Electric Youth‘ hat schon etwas und selbst das hemmungslos poppige ‚G.I.R.L.S‘ gefällt mir. ‚Heartbreak Kid‘ ist auch gerade noch interessant, birgt aber die Gefahr, sich durch den langgezogenen Refrain tot zu laufen. Den Rest ist eher flüchtig. Der große Wurf ist hingegen ‚Lost Maps‘. Toller Groove und Refrain, einfach cool.

Wen ‚Strange Words And Weird Wars‘ nun direkt ansprechen soll, weiß ich nicht. Die Musik hängt irgendwo zwischen dem Pop, der zur Zeit populär ist und der trockenen Elektronik von Ladytron fest. Marnie selbst hat zu dieser Scheibe klar gesagt: ‚Ich mache jetzt Pop, findet Euch damit ab, oder lasst es sein!‘ Klare Statements sind immer gut, und eine klare Vorstellung von dem, was man will, ebenfalls. Von mir gibt es jedenfalls einen Punkt weniger als beim letzten Album. (3/5 • 70%)

Marnie
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